Mont Blanc – Abstieg über Spaltenhausen
Für den Abstieg wählten wir die Route zur Aiguille du Midi. Folgende Gründe sprachen dafür:
Dagegen sprach:
Schon vom Gipfel des Mont Blanc lässt sich gut die Seilbahnstation Aiguille du Midi erkennen. Es scheint, als verliefe der Weg recht einfach und gradlinig. 1000 Höhenmeter trennten uns noch davon, unsere Bergwanderung auch gebührlich begießen zu können. Leider waren da die vielen Gegenanstiege noch nicht mitgerechnet.
Ganz oben rechts im Bild verläuft der Weg unterhalb einer großen, langgezogenen Schneewechte. Es ist ratsam, hier zu queren, noch bevor die Sonne in die Wechte scheint.
Die ungeheure Weitläufigkeit und die bizarren, riesigen Eisformationen zeichnen den Abstieg vom Mont Blanc Richtung Nord-Osten aus.
Der Pfad entlang der Böschung ist gut ausgetreten, nach den langen Steilabstiegen ging es sich hier mit den Steigeisen sehr bequem in bestem, griffigem Schnee.
Eine weitere Eisformation in den Weiten des Gletschers. Die Spaltenanordnung erschien wie ein riesiger Fußabdruck. Wer weiß…
Vor der Abfahrt mit der Seilbahn zog sich der Weg noch durch Gletscherhausen…
…Spaltenhausen (immer mal wieder)…
…Wechtenhausen (unentwegt)…
…und schließlich Nasenhausen.
Nachdem wir alle Gefahren von Wechten- und Spaltenhausen und Serac-City überwunden hatten, konnte uns der ca. 30 Meter große Haifisch kurz vor dem Schlussanstieg zur Aiguille du Midi auch nicht mehr schocken.
Nach knapp 6 Stunden Aufstieg und 9,5 Stunden Abstieg war der Grat hoch zur Seilbahnstation die letzte große Kraftanstrengung. Besonders hinterhältig: der zweite, steilere Teil des Grats offenbarte sich erst, als wir den ersten (auf dem Foto sichtbaren) Teil hinter uns gebracht hatten.
Fazit: Fast 16 Stunden nonstop auf großer Höhe in der Eiswelt treiben wohl die meisten Bergsteiger an die Grenzen der physischen und psychischen Belastbarkeit. Die Landschaft ist jedoch so außergewöhnlich schön, daß sie sämtliche Mühen und Anstrengungen aufwiegt. Ein unbeschreibliches Erlebnis. Wir entschlossen uns, die Tour ohne Bergführer zu gehen. Dies ist bei der Mont Blanc Überschreitung auch möglich.
Jedem, der diese Bergtour plant sei an dieser Stelle ausdrücklich empfohlen, sich sowohl technisch als auch konditionell ausreichend vorzubereiten, nur so läßt sich die Tour genießen, anders wird sie höchstwahrscheinlich zur Tortur.
Ps.: @Flo: Von der Zugspitze herunter zum Sonnalpin ist ein gemütlicher Wanderweg


















Ein toller Bildbericht mit wirklich schönen Fotos …
Gruß aus Oberkärnten
Klaus
wie war die schluesselstelle am mt maudit im abstieg? war noch ein fixseil da? seid ihr abgeklettert oder abgeseilt (eigenes seil oder fixseil)? thx
Hi Tony,
an der ersten Schlüsselstelle war das Stahlseil noch vom Schnee bedeckt, hier muß ca. 20 m mit eigenem Seil abgeseilt werden.
An der zweiten Schlüsselstelle waren ca. 60 m Fixseil verlegt. Wirklich vertrauenserweckend sah das jedoch nicht aus. Aber mit ein wenig Vorsicht, Konzentration und Eispickel-Einsatz benötitg man das ansich nicht.
Wann willst du die Tour machen? Viel Erfolg!
Hi, thx fuer die infos – stahlseil!? und zwei schluesselstellen? mir ist nur die kleine steilflanke unterhalb des col du mt maudit bekannt, mit dem kleinen felsteil im oberen teil.
kommende woche soll das wetter gut werden, mal sehen…
gruesse
Super Bericht und nette Bilder. Ich möchte gerne diese Überschreitung “anders herum” machen (Sommer 2010). Den Normalweg habe ich schon hinter mir, jetzt gilt es die Überschreitung mal zu meistern. Ich würde mich über die GPS Daten freuen, damit man mal im groben schon planen kann.
Danke schon mal und weiterhin Euch/Dir so tolle Bergtage.
Sehr interessanter Bericht.
Ich möchte die Tour im Sommer 2010 als Sektionstour durchführen,
Zustieg zur Goute Hütte jedoch von Italien. Bestimmt leerer und kein Steinschlag
Kannst Du mir bitte die GPS Daten mailen,
Danke
Peer
Sehr interessanter Bericht!
Im August soll’s von Süden über die Grises-Route rauf gehen, und anschließend anders runter, vieleicht über die Aiguille du Midi – die GPS-Daten wären wirklich toll.
Vielen Dank schon mal und Bergheil,
Manfred
Aufgrund der Nachfrage stelle ich die GPX- und KML-Dateien hier zum Download bereit: KML- oder GPX-Datei runter. Rechtsklick –> Speichern als… fertig.